einladung pueri cantores

Karwochentagung 2012 mit Dr. Markus Eham

Eham 2012Professor Dr. Markus Eham war der Hauptreferent des diesjährigen Fortbildungstags für Kirchenmusiker, den Diözesan-Cäcilienverband und Diözesanreferat Kirchenmusik alljährlich am Dienstag der Karwoche veranstalten. Rund 180 Teilnehmer hatten sich hierzu im Konzertsaal der Hochschule für Kirchenmusik eingefunden. Das Thema seines äußerst interessanten Vortrags war das bevorstehende 50-jährige Jubiläum der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils und die Auswirkungen, die das Konzil, insbesondere die Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium, auf die Kirchenmusik hatte. Eham verstand es, praktische, alltägliche Erfahrungen der Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker aufzugreifen, ihnen mit großer theologischer Tiefe zu begegnen und dabei genau die Balance zwischen Liturgiegeschichte, Liturgietheologie, und Praxis zu halten. Die Zuhörer dankten es mit begeistertem und lang anhaltendem Applaus.

Im weiteren Verlauf des Tages stellten Christian Dostal und Thomas Löffelmann neue Chorliteratur vor, Siegfried Beck und Matthias Berthel einige Werke aus dem Repertoire für Kinder- und Jugendchor. Den Nachmittag beschloss eine Vesper mit dem Referenten für Kirchenmusik, Generalvikar Prälat Michael Fuchs, die Orgel spielte der Rektor der Hochschule für Kirchenmusik, Stefan Baier.

Den Höhepunkt des Tages erlebten leider nur noch etwa 80 Teilnehmer mit - ein tief beeindruckendes Konzert am Abend in der Regensburger Alten Kapelle: Stiftskapellmeister und -organist Wolfgang Hörlin improvisierte an der Papst-Benedikt-Orgel über die 14 Kreuzweg-Stationen, ergänzt von Chorsätzen von Bertold Hummel, die ein eigens zusammengestelltes Ensemble aus Mitgliedern des Chors der Alten Kapelle vortrug. War man im ersten Moment etwas irritiert über die scheinbare Diskrepanz zwischen der golden-barocken Architektur des Kirchenraums und der sehr modern gehaltenen Tonsprache der Improvisationen, so verschwand doch dieser äußere Seheindruck nach sehr kurzer Zeit und allen Zuhörern stand das Geschehen auf Golgotha vor Augen - Jeder wurde "akkustischer Zeuge" des Kreuzweggeschehens. Hörlin lotete die klanglichen Möglichkeiten seiner Orgel bis ins kleinste aus um die einzelnen Stationen "bildlich" darzustellen. Ein Höhepunkt dabei war sicherlich der Tod Jesu: Ein verebbender Herzschlag, bei dem am Schluss nur noch das Geräusch der Orgelventile zu hören war, Töne waren höchstens noch zu spüren, nicht wirklich zu hören. Atemlose und beklemmende Stille im Kirchenraum.  Es gab keinen einzigen Zuhörer, der nach dem Konzert nicht tief berührt war. Es dauerte sehr lange, bis den Interpreten mit Applaus für ihre große Leistung gedankt wurde.

Der Fortbildungstag bot somit ein sehr breites Angebot von der Gregorianik bis zum NGL, von der Chor- bis zur Orgelmusik. Durch Vesper und Konzert erlebten die Teilnehmer zudem eine tiefe innere Einstimmung auf die Feier der Kar- und Osterliturgie.