Hochschule für Kath. Kirchenmusik

Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik

Im Jahr 1874 von Franz Xaver Haberl gegründet, ist die Kirchenmusikschule Regensburg die älteste Einrichtung dieser Art in der Welt und zugleich die jüngste Hochschule für katholische Kirchenmusik, in diesen Status erhoben am 15./22. November 2001.

Die Kirchenmusikschule ist eine Frucht der cäcilianischen Reformbestrebungen im liturgisch-kirchenmusikalischen Bereich. Die Verantwortlichen wußten, daß nur eine gute kirchenmusikalische Ausbildung den Zustand der Kirchenmusik landauf landab auf Dauer wirksam verbessern konnte. Theorie und Praxis, Ausbildung und Ausübung gehen in der Kirchenmusikschule seit ihrer Gründung Hand in Hand. Eine eigene Kirche zu Ehren der Kirchenmusik-patronin St. Cäcilia wurde um 1900 erbaut und 1902 benediziert, um den Studierenden die Möglichkeit zu geben, "den liturgischen Gottesdienst auf das genaueste nach den Vorschriften der Kirche (...) zu pflegen". Der wöchentliche Studiengottesdienst ist nach wie vor ein unverzichtbarer, vorteilhafter Bestandteil des Studiums an der Hochschule für katholische Kirchenmusik in Regensburg, auch wenn St. Cäcilia nicht mehr Studienkirche ist, sondern St. Andreas in Stadtamhof.

Zunächst hatte die Kirchenmusikschule nicht die Absicht, hauptberufliche Kirchenmusiker auszubilden, die Unterscheidung haupt- und nebenberuflich war nicht aktuell. Wichtig war es vielmehr, gute Kirchenmusiker heranzubilden, die ihr erworbenes Wissen und Können praktizieren und weitergeben konnten. Und tatsächlich befähigte die Qualität der Ausbildung viele Absolventen damals wie heute, an führenden Stellen tätig zu sein oder auch wieder als Lehrer an die Ausbildungsstätte zurückzukehren. Neben der Ausbildung und der damit verbundenen Ausstrahlung in das In- und Ausland hatte die Kirchenmusikschule jahrzehntelang auch die Funktion einer Anlaufstelle in kirchenmusikalischen Fragen und Problemen. Zumindest in der Diözese Regensburg wurden wichtige, die Kirchenmusik betreffende oder berührende Entscheidungen in der Regel nach Rücksprache mit dem Direktor der Kirchenmusikschule getroffen. An ihn gelangten nicht nur Anfragen bezüglich der Ausbildung, sondern auch nach geeigneten Kandidaten zur Besetzung offener Kirchenmusikerstellen. Stellenausschreibungen finden auch heute noch Platz am "schwarzen Brett" der Kirchenmusikschule.
Vor allem in der schwierigen Nachkriegszeit, als viele Organisten- und Chorleiterstellen durch Kriegsverluste und andere Gründe unbesetzt waren, bot die Kirchenmusikschule "Landorganistenkurse" an, um diesem dringlichen Anliegen gerecht zu werden. Ende der 50ger Jahre kamen Besoldungsfragen in die Diskussion, vor allem für fachlich ausgebildete und hauptberuflich angestellte Kirchenmusiker; das waren normalerweise Absolventen der Kirchenmusikschule. Der enge Zusammenhang von Frequentierung und Erhalt der Kirchenmusikschule als Ausbildungsstätte und finanziell abgesicherten Anstellungsverhältnissen wurde schon damals deutlich erkannt und führte im Jahr 1961 zur ersten Dienst- und Vergütungs-ordnung für Kirchenmusiker in der Diözese Regensburg.

Diese Frage stellt sich auch am Beginn des 21. Jahrhunderts und im ersten Studienjahr der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik und zwar im Bezug auf Voll- bzw. Teilzeitbeschäftigung, wobei letztere oftmals keine ausreichende soziale Absicherung bedeutet. Trotzdem bleiben Wunsch und Hoffnung, daß viele der jungen Hochschulabsolventen in den Kirchenmusikdienst treten und darin lebenslang eine religiöse und künstlerische Erfüllung finden.

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