Kirchenmusik in der Corona-Krise

Alle aktuellen Hinweise rund um dieses Thema finden Sie hier gebündelt auf einer Seite.


Wegfall der meisten Corona-Beschränkungen seit 3. April

Auch wenn das Infektionsgeschehen auf einem sehr hohen Niveau verharrt, fielen im Freistaat Bayern sowie in ganz Deutschland zum 3. April fast sämtliche Schutzmaßnahmen weg. Gesetzliche Grundlage dafür ist die 16. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (hier). Die bisherigen "Diözesanen Anweisungen für Liturgie und Seelsorge" und die diözesane "Pfarrheimampel" verloren somit zum 3. April ebenfalls ihre Gültigkeit.
Da der Staat nahezu alle gesetzlichen Schutzmaßnahmen gegen eine Corona-Infektion aufhebt, können auch die großen christlichen Kirchen weitere Schutzmaßnahmen nicht mehr anorden, sondern angesichts des sehr hohen Infektionsniveaus zum Schutz Aller nur noch dringend empfehlen.
Die Generalvikare der bayerischen (Erz-)Diözesen haben sich dazu auf einen gemeinsamen Katalog von Empfehlungen verständigt, den Sie hier herunterladen können.

In Kurzform: Für die Gottesdienste werden in diesem Maßnahmenkatalog Sitzabstände von 1,5m weiterhin empfohlen, auch das Tragen einer FFP2-Maske wenn diese Abstände nicht eingehalten werden können, vor allem beim Gemeindegesang.
Ebenso sollen Mitglieder von Chören und Instrumentalensembles einen Abstand von 1,5m einhalten. [Die Fachstelle Kirchenmusik empfiehlt dennoch sicherheitshalber weiterhin einen Abstand von 2m in Singrichtung, ebenso können Schnelltests vor Chorproben bzw. Choreinsätzen in Gottesdiensten das Risiko ungewollter Infektionen verringern.]
Auch für Konzerte gelten keine einschränkenden Regelungen wie 2G oder 3G mehr, ebenso ist eine Vollauslastung aller Sitzplätze möglich.

 

GEMA und VDD einigen sich auf Fortdauer der Streaming-Ausnahmeregelung

Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) hat mit der GEMA nun doch eine Fortdauer der Ausnahmeregelung erreicht, nach der Gottesdienste kostenlos über die pfarreieigene Homepage gestreamt werden dürfen. Diese Regelung reicht sogar bis 31.12.2022!
Darüber hinaus ist es nun auch gebührenfrei gestattet, Gottesdienste aufzunehmen, auf digitalen Trägern zu speichern (z. B. CD) und kostenlos an eigene Gemeindemitglieder zu verteilen, die evtl. keine Möglichkeit haben, einem Live-Stream zu folgen.

Orgel und Corona

Der Bund Deutscher Orgelbaumeister hat Handlungshilfen veröffentlicht, wie guter Hygieneschutz an der Orgel gelingen kann, ohne die Instrumente durch die Verwendung von Desinfektionsmitteln zu gefährden. Außerdem wird der Befürchtung entgegengewirkt, Orgelspiel könnte durch die Aufwirbelung der Luft im Kirchenraum zu einer größeren Infektionsgefahr führen. [Link]

Hygieneregeln für den Orgelunterricht

Im Rahmen der Lockerungen nach den Corona-Beschränkungen darf in Bayern wieder musikalischer Einzelunterricht erteilt werden. Auch der Orgelunterricht im Rahmen des D- und C-Kurses, sowie der Nachwuchsorganisten-Ausbildung ist nun wieder möglich. Einzuhalten ist dabei das diözesane Hygieneschutzkonzept für den Orgelunterricht, das hier heruntergeladen werden kann.

Der Beginn der Pandemie: "Wenn Singen tötet" (April 2020)

... so lautete der Titel eines Artikels der "Neuen Zürcher Zeitung" Anfang April, der sich auf einen Bericht der "Los Angeles Times" Ende März bezogen hatte. Auch viele andere Artikel in internationalen Zeitungen berichten darüber:
Bei einer Chorprobe in den USA steckten sich mehrere Chormitglieder trotz Sicherheitsabstand und Desinfektionsmöglichkeit durch das gemeinsame Singen mit Covid-19 an, zwei davon (80 und 82 Jahre) starben sogar mittlerweile. Das Durchschnittsalter der Infizierten lag bei 67, der jüngste war 31. Keiner der Chorsänger hatte Symptome und dennoch hatte einer das Virus übertragen. Dazu passt die Aussage des Präsidenten des Robert-Koch-Instituts Prof. Lothar Wieler, dass gerade beim Singen Partikel mit enormer Wucht aus dem Hals geschleudert werden und umgekehrt durch das tiefe Einatmen auch viel mehr Partikel "eingesaugt" werden als beim normalen Atmen.
Leider ist gerade Chorsingen eine der Tätigkeiten, die es aus gesundheitlichen Gründen derzeit (und wohl noch ziemlich lange) am besten zu vermeiden gilt. Zum Artikel: Link