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Orgel + Kino
Samstag, 09. November 2019 | 19:30 Uhr
Am Samstag, 09.November um 19:30 Uhr verwandelt sich die Josefskirche wieder in einen Kinosaal. Dazu gibt es passende Live-Improvisation an der Eisenbarth-Orgel. Als Organist konnte in diesem Jahr Alexander Pointner gewonnen werden. Pointner ist Kirchenmusiker in Lenggries und gefragter Konzertorganist. Seit einigen Jahren improvisiert er zu unterschiedlichen Stummfilmen. Der in St. Josef gezeigte Film "Der letzte Mann" von F.W. Murnau stammt aus dem Jahr 1924 und handelt von einem alternder Hotelportier, der seinen Dienst an der Tür des „Hotel Atlantic“ in Berlin verrichtet. In seiner prächtigen Uniform, mit stattlichem Schnurrbart und jovialem Lächeln begrüßt er dort die Gäste. Als er eines Tages beim Abladen eines schweren Koffers einen Schwächeanfall erleidet, wird er vom Hoteldirektor mit Verweis auf sein hohes Alter in die Herrentoilette versetzt. Ein Jüngerer nimmt seinen Platz ein. Der Portier verkraftet diese Demütigung nicht. Des Nachts entwendet er seine alte Uniform und führt nun ein Doppelleben: Tagsüber verrichtet er traurig seinen Dienst in der Hoteltoilette. Nach Feierabend zieht er sich heimlich die Uniform an, um seiner Familie und seinen Nachbarn vorzuspielen, es sei alles wie früher. Doch der Schwindel fliegt bald auf und Familie und Nachbarn wenden sich von ihm ab. Die Welt des Portiers bricht endgültig zusammen, nur der Nachtwächter des Hotels schaut noch nach ihm.
Die Geschichte erhält am Ende – nach einem Zwischentitel, in dem der „Autor“ sich halbironisch von Happy Ends distanziert – eine positive Wendung, als ein Hotelgast auf der Herrentoilette sterbend dem einstigen Portier sein gesamtes Vermögen vermacht. Der einst Gedemütigte kann nun als souveräner, gut gelaunter und großzügiger Gast im „Atlantic“ einkehren und den Nachtwächter zu einem Festmahl einladen, worüber sich die restlichen Hotelgäste, die die Geschichte in der Zeitung gelesen haben, köstlich amüsieren.
„Der letzte Mann“ stellt in der Entwicklung der Filmtechnik und Filmkunst einen Meilenstein dar. Neben der Assimilation wesentlicher Elemente aus dem Expressionismus wie Traumsequenzen mit Überblendungen und Spezialeffekten wenden Regisseur Murnau und Kameramann Karl Freund in „Der letzte Mann“ darüber hinaus erstmals in ausgereifter Form an, was „entfesselte Kamera“ genannt wird, also eine nicht stationäre Kameraführung. Somit kann das Geschehen aus Sicht des Portiers dargestellt werden, dessen Gefühle damit besonderer Ausdruck verliehen wird.
Karten gibt es an der Abendkasse zu 10 €.
Ort: St. Josef, Weiden
Bgm.-Prechtl-Str. 15
92637 Weiden i.d. Opf
 
 

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